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11. Oktober 2018

Im Sommer 2018 konnte wieder ein Besuch angehender Lehrpersonen der Pädagogischen Hoschule an einer Schule in Indien organisiert werden. Sowohl für die indischen, als auch für die schweizer Lehrpersonen scheint der Austausch eine Bereicherung zu sein. Folgenden Bericht liessen uns die beiden Studentinnen nach ihrem Besuch in Puri zukommen:

 

"Wir, Carmen Suter und Olivia von Holzen, sind Studentinnen an der Pädagogischen Hochschule Luzern. Über zwei Jahre hinweg haben wir uns im Rahmen des Spezialisierungsfaches «Pädagogische Entwicklungszusammenarbeit» mit diversen interkulturellen Themen befasst und uns auf unseren freiwilligen Projekteinsatz vorbereitet. Im Sommer 2018 hatten wir dann die Gelegenheit, 5.5 Wochen in Puri zu leben und am Alltag der Penthakata Schule der Stiftung Usthi teilzuhaben.

 

Nach einer langen Reise wurden wir bereits am Flughafen von Ratan Barik empfangen und am Tag darauf auch von der ganzen Schule herzlich willkommen geheissen und als ihre Gäste aufgenommen. In den darauffolgenden ersten Wochen legten wir unseren Fokus auf die Beobachtung des Unterrichts. Die gesamte Schulkultur der Penthakata Schule unterscheidet sich sehr stark von jener, die wir uns von der Schweiz gewohnt sind. Aus diesem Grund ging es erst einmal darum, das Schulsystem, die Unterrichtsmethoden und die Organisation kennenzulernen und zu erkunden. Einerseits waren diese Beobachtungen für uns extrem wichtig, um die Schulstrukturen und den Unterricht besser zu verstehen, anderseits konnten in dieser Zeit auch Unsicherheiten aller Beteiligten abgebaut werden, sodass ein gegenseitiges Vertrauen zu den Lehrpersonen und zur Schulleitung gewonnen wurde, welches sicherlich eine wichtige Basis für den weiteren gemeinsamen Austausch darstellte.

 

Nach dieser Anfangsphase bekamen wir dann die Möglichkeit jeweils zwei bis vier Lektionen pro Tag in verschieden Klassen zu unterrichten. An der Penthakata Schule wird den Schülerinnen und Schülern Wissen fast ausschliesslich durch Frontalunterricht vermittelt und es war darum Wunsch der Schulleitung, dass wir während unserer Lektionen eine andere, für uns vertraute, Methodenvielfalt aufzeigen. Das Unterrichten bereitete uns beiden grosse Freude und es war schön zu sehen, dass die Kinder auch auf unsere Methoden ansprachen. Ausserdem erlebten wir auch die Lehrpersonen meist interessiert und offen gegenüber unserer Art der Unterrichtsgestaltung. Eine wichtige Erkenntnis, die wir aus unseren Lektionen zogen, war für uns, dass mit minimalem Materialaufwand und wenig Infrastruktur trotzdem lehrreicher und guter Unterricht stattfinden kann.

 

Eine prägende Erkenntnis, wahrscheinlich eine der Haupterkenntnisse, war für uns auch, festzustellen, welch unglaublich grosses Privileg Bildung ist. Zwar waren wir uns dessen eigentlich beide bewusst, aber die Bedeutung und die Auswirkungen von Bildung für die einzelnen Menschen und deren Leben konnten wir noch nie zuvor so eindeutig sehen wie in Indien. Bildung macht so oft den entscheidenden Unterschied für die Zukunft der Menschen – diese Feststellung können wir nach unserem Aufenthalt in Indien mit Gesichtern und Lebensgeschichten verknüpfen.

 

Sehr prägend war sicherlich auch, die grosse Armut zu sehen, in der viele Menschen, vor allem aber auch die Kinder der Schule, leben. Neben der lebendigen und farbenfrohen Kultur Indiens und den vielen schönen und interessanten Begegnungen und Gesprächen haben wir Indien auch von einer anderen Seite kennengelernt, haben viel Unschönes, teilweise Menschenunwürdiges und Schockierendes gesehen und mussten somit beide einen persönlichen Weg finden, mit diesen Erlebnissen und Bildern umzugehen.

 

Neben den vielen lehrreichen schulischen und kulturellen Erfahrungen und Erlebnissen haben wir somit auch extrem viel über uns selber gelernt. Wir waren täglich mit Situationen konfrontiert, die für uns ungewohnt waren und wir wussten oft selber im voraus nicht, wie wir auf bestimmte Situationen reagieren würden. Sicherlich waren wir uns gegenseitig eine extrem grosse Stütze, konnten dadurch vieles mit einer Prise Humor nehmen und auch bei Unvorhergesehenem unsere positive Einstellung beibehalten. Ebenso gestützt fühlten wir uns aber auch während des gesamten Aufenthaltes vom ganzen Usthi-Team, sei dies von den Lehrpersonen oder der Schulleitung vor Ort oder aber auch von der Stiftungsleitung in der Schweiz. Darum nochmals ein grosses Dankeschön an die ganze Usthi Family! Wir blicken mit vielen positiven Erinnerungen auf unsere Zeit in Puri zurück! धन्यवाद!"

 

Wir danken Carmen und Olivia für ihren Besuch und ihr Engagement an der Penthakata Schule und der Pädagogischen Hochschule für die Zusammenarbeit.