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Projektreise 2018

Für mich war es ein sehr spezielles Gefühl wieder nach Indien zurückzukehren. Nicht viel Zeit war vergangen, seit meinem letzten, längeren Aufenthalt in Kolkata. Ich habe während der Zeit für eine andere NGO gearbeitet. Nun erwartet mich eine völlig neue Aufgabe. Zweck dieser Reise war es, alle Usthi Projekte zu besuchen, unsere indischen Projektpartner kennenzulernen und eine Vertrauensbasis für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen. Diese Ziele, um es vorwegzunehmen, wurde vollständig erreicht.

In der Ananda und Thaddeus Schule hat mich der respektvolle Empfang durch Schulleitung, LehrerInnen und SchülerInnen sehr überrascht. Der offene und herzliche Empfang hat mich berührt. Ebenso war es bewegend den Stolz aller Beteiligten zu spüren, als sie mich durch die Schule führten und mir alles zeigten. Das ländliche Leben ausserhalb von Kolkata, wo die Schulen liegen, wirkt friedlich im Gegensatz zur riesigen, hektischen Stadt. Im Gespräch mit unseren Programmpartnern wurde mir aber auch klar, wie gross die alltäglichen Probleme der Menschen in dieser scheinbar idyllischen Atmosphäre sind.

In Odisha, dem nächsten Bundesstaat südlich von Kolkata, liegt die Penthakata Schule. Die Familien der Penthakata SchülerInnen verdienen ihren Lebensunterhalt mehrheitlich aus der Fischerei. Als ich am Strand von Puri in die Richtung ihrer Siedlung laufe, schleicht sich bei mir ein komisches, unangenehmes Gefühl ein. Im Sand zwischen den hölzernen Fischerbooten liegen Müll und Fäkalien, denn die Siedlung verfügt weder über ein funktionierendes Müllentsorgungssystem noch über ausreichende Sanitäranlagen. Beim Besuch der Hütten einiger Familien der Schulkinder, erlebe ich hautnah in welch einfachen Verhältnissen sie leben. In nur einem Raum leben fünf bis sieben Menschen mit ihrem ganzen Besitz - ein Zustand, der für mich nicht vorstellbar ist. Für sie ist es aber das alltägliche Leben.

Ebenfalls in Odisha, aber im Landesinnern, liegt das Urwaldspital Somarigi. Die Menschen, die in der abgelegenen Urwaldregion leben, gehören zu den Urvölkern Indiens, den Scheduled Tribes. Ihre einfache Lebensweise im Einklang mit der Natur beeindruckt mich. Mir wird in diesem Kontext so richtig bewusst, dass das Urwaldspital der einzige Ort ist an dem sie direkte medizinische Hilfe erhalten. Auch die Arbeitsplätze welche durch das Urwaldspital entstehen scheinen mir äusserst wertvoll. Die Bereitschaft und Motivation der lokalen Angestellten hier täglich unter erschwerten Bedingungen zu arbeiten, finde ich bemerkenswert.

Die Stadt Hyderabad weiter südlich war für mich dann ein noch unbekannter Teil Indiens. Hier betreibt Usthi mit den lokalen Partnern mehrere Projekte für Schuldbildung, berufliche Integration sowie Schutz vor Menschenhandel. Der Besuch der Projekte führte mir in aller Deutlichkeit vor Augen, auf wie viele verschiedene Lebensaspekte sich Armut auswirkt und wie stark sich die Zukunft von jungen Menschen verbessert, wenn sie direkte Unterstützung erhalten.

Es macht mich enorm stolz, als Teil dieser Unterstützung bei Usthi mitzuwirken. Die vielen, neuen Eindrücke von den Usthi Projekten und die intensiven Begegnungen mit allen Menschen während der Reise sind für mich die grösste Motivation überhaupt!

Beste Grüsse,

Thomas Schmid

Zürich, im April 2018

Thomas Schmid reiste gemeinsam mit der Geschäftsführerin Tanja Lirgg nach Indien und besuchte zwischen dem 18. Februar und 18. März zum ersten Mal alle Projekte der Stiftung Usthi.